Es ist endlich so weit, Heroin auf Krankenschein.
Hier die aktuelle Meldung:
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Große Mehrheit im Bundestag[top]Künstliches Heroin künftig auf Rezept
[Bildunterschrift: Künftig können Schwerstabhängige mit Diamorphin versorgt werden. (Archvibild) ]
Nach jahrelanger Debatte hat der Bundestag die kontrollierte Abgabe von sythetischem Heroin an Schwerstabhängige beschlossen. Ein von der SPD eingebrachter Gesetzesvorschlag erhielt 349 Ja-Stimmen, 198 Abgeordnete lehnten ihn ab, drei enthielten sich. Der Entwurf wurde von den Fraktionen der Grünen, der FDP und der Linkspartei unterstützt. Die Union lehnte ihn ab.
"Es geht darum, Schwerstheroinabhängigen mit massiven Gesundheitsproblemen wieder eine Perspektive zu eröffnen", warb die SPD-Gesundheitsexpertin Carola Reimann für den Vorschlag. Befürworter und Gegner streiten auch über die mögliche Zahl der Empfänger. Während der CDU-Politiker Jens Spahn von bis zu 80.000 Betroffenen sprach, geht Reimann von lediglich 2000 bis 3000 aus.
[top]Diamorphin-Abgabe nur unter Bedingungen
Das Gesetz sieht vor, die Behandlung mit synthetischem Heroin - sogenanntem Diamorphin - in die Regelversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung aufzunehmen. Demnach soll Diamorphin künftig nicht mehr als illegale Droge eingestuft, sondern als verschreibungsfähiges Betäubungsmittel zugelassen werden.
Um Missbrauch zu verhindern, wird die Abgabe an strenge Bedingungen geknüpft: Es dürfen nur Menschen daran teilnehmen, die bereits mindestens fünf Jahren opiatabhängig sind, mindestens zwei erfolglose Therapien hinter sich haben und 23 Jahre oder älter sind. Die Behandlung mit Diamorphin soll also nur bei schwerstabhängigen Süchtigen angewendet werden, die nach herkömmlichen Methoden wie der Methadon-Substitution nicht therapierbar sind.
[top]Gesetzesvorschlag gingen Modellprojekte voraus
Bei Diamorphin handelt es sich um reines, synthetisch hergestelltes Heroin. Von 2002 bis 2006 war die Diamorphin-Behandlung in sieben Städten in einem Modellprojekt erprobt und seitdem vielerorts verlängert worden. Die Behandlung mit dem Ersatzstoff Methadon führte in der Untersuchung bei weniger Teilnehmern zu deutlichen Gesundheitsverbesserungen als Diamorphin.
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