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#1
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Österreich ist geil...
Bericht über die 1. Hanfmesse in Wien Ich bin heute von einem Wochenend-Arbeitsausflug zur Cultiva zurück gekommen. Das war die 1. Hanfmesse in Österreich, das sich still und heimlich zu einer Cannabis- Hochburg mausert. Wien steht für die meisten Menschen für Kaffeekultur, Mozartkugeln und einen für Außenstehende merkwürigen morbiden Charme. Wer sich mit Drogenpolitik beschäftigt, für den bedeutet Wien in erster Linie UNODC. Das "Büro der Vereinten Nationen für Drogen und Kriminalität" (UNODC), die Weltdrogenbehörde, hat hier ihren Sitz. Im krassen Gegensatz zum von dort ausgehenden weltweiten Krieg gegen Drogen stehen die relativ unbehelligt lebenden Kiffer der österreichischen Hauptstadt. Sogar Stecklinge, kleine Hanfpflänzchen, die unter Kunstlicht in wenigen Wochen zu kapitalen "Marihuanabäumen" heranwachsen gibt es in der Hauptstadt Österreichs zu kaufen. On the Road im DHV-Shuttle In diesem Spannungsfeld sollte von 10.-12.10. die erste Cannabisfachmesse Österreichs stattfinden. Klar durfte der Deutsche Hanf Verband (DHV) nicht fehlen. Noch dazu, war das die erste Gelegenheit auf einer Hanfmesse im deutschsprachigen Raum mit meinem Buch "Rauschzeichen - Cannabis: Alles, was man wissen muß" anzugeben ![]() Donnerstag Mittag ging es zu viert in Berlin los. Mit an Bord des DHV-Shuttles waren mein Chef Georg Wurth, Martin Steldinger, der die Werbetrommel für die Hanfparade rühren wollte und MZE, seines Zeichens "Fun & Action" Reporter des Hanf Journals. Gegen Mitternacht hatten wir die rund 750 Kilometer ohne größere Staus hinter uns gebracht und kamen an unserem Nachtquartier dem EKH, einem seit 1990 besetztem Haus an. Ja, Du liest richtig - Wir armen kleinen Hanflegalisierer können uns nichtmal ein Hotel leisten und freuen uns deshalb über jede kostengünstige Unterkunft. Wir geben das wenige für Cannabis-Lobbyarbeit zur Verfügung stehende Geld halt lieber für Infobroschüren und Aktionen, als für Bed and Breakfast aus. Familientreffen im EKH Der Empfang im EKH war sehr herzlich, fand hier doch gerade ein Treffen von Wiener Cannabisaktivisten und Vertretern von ENCOD statt. ENCOD, die Europäische Koalition für eine gerechte und effektive Drogenpolitik, will nämlich das UN-Drogentreffen im kommenden Jahr mit einem eigenen Kongress über neue Wege in der Drogenpolitik begleiten, aber dazu ein ander Mal mehr. Obschon alle Beteiligten von der langen Anreise gezeichnet waren, Joep Omen von ENCOD war sogar aus Antwerpen nach Wien gekommen, verfielen wir schnell in eine anregende Diskussion über aktuelle Kampagnen, nationale Entwicklungen in der Drogenpolitik und Pläne für kommende Aktionen. Stell Dir einfach ein Familientreffen vor, bei dem nicht über Onkel Gustavs neue Frau, sondern über die Möglichkeit Koka-Tee nach Europa zu importieren gestritten wird. Ewig hätten wir so philosophieren und Pläne schmieden könne, aber das Messewochenende warf seine mit schmerzenden Füßen und fusselig geredeten Mündern drohenden Schatten voraus und so zog es uns nach und nach in die Schlafsäcke. Für die Neuentdeckung der österreichischen Hanflandschaft musste man doch halbwegs ausgeschlafen sein... Hanfmesse im Gewächshaus Doch bevor es an den Aufbau des Infostands ging, musste erst einmal tief Luft geholt werden. Geradezu überwältigend war der Anblick der 42 Meter hohen Glaspyramide, die in den kommenden Tagen unser Zuhause sein sollte. Das ehemalige Spaßbad vor den Toren Wiens, das zur "Eventpyramide Vösendorf" umgebaut wurde, sah aus, wie der Welt größtes Gewächshaus. So ganz unter die gläserne Pyramide hat es uns indes nicht verschlagen. Die anwesenden Aktivisten teilten sich stattdessen den Eingangsbereich der Halle mit österreichischen Nutzhanfverarbeitern. Politische Organisationen haben auf Cannabismessen traditionell eher schlechte Karten, wenn es um die besten Stände geht. Verständlich, dass den Veranstaltern rund um Harry Schubert die Wünsche der großen Samenbanken, Düngerproduzenten und Growbedarfsfirmen wichtiger sind. Immerhin tragen Sensi Seeds, Canna und Co. mit ihren Riesenmessebauten einen Großteil des Budgets und machen die Beteiligung der "Hungerleider" erst möglich. Im Nachhinein betrachtet, erwies sich der Standort nahe des Ein- und Ausgangs für "uns Kleine" sogar als Vorteil, waren alle Besucher so doch gezwungen, sich beim Weg hinein und hinaus mit der politischen Diskussion rund um Cannabis und Marihuana zu beschäftigen. Das Politikangebot der Cultiva Da die Vertreter des Vereins Legalize! Österreich ihre Teilnahme kurzfristig hatten absagen müssen, warben neben dem DHV noch drei weitere Organisationen um Unterstützung. ENCOD das europäische Netzwerk nationaler drogenpolitischer NGOs war auf der Suche nach Sponsoren und Helfern für den alternativen Drogenkongress, der von 10.-14.03.2009 in Wien stattfinden soll. Check It! ein Verein der sich die Verhinderung bzw. Minimierung gesundheitlicher Schäden durch Drogenkonsum auf die Fahnen geschrieben hat, informierte über die am 20.11.08 um 19:00 Uhr stattfindende Vernissage der Ausstellung "Anleitung zum süchtig werden". CAM e.V. die österreichische Sektion der Internationalen Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin (IACM), nutzte seinen Messestand hingegen, um Fragen von Patienten zu beantworten. Wir selbst hatten uns zweierlei vorgenommen - Werbung für unser Buch machen und Kontakte mit der Szene pflegen. Vorher wollte ich aber noch eine schnelle Runde drehen und mich den österreichischen Nutzhanffirmen vorstellen. Zwar war das Angebot auch in Sachen Rohstoff Hanf bei weitem nicht so vielfältig, wie auf der CannaTrade, dem Schweizer Pendant zur Cultiva, dafür aber erfrischend spießbürgerlich. Hanf machts möglich - Spaß mit Spießern Das klingt erst einmal merkwürdig, besonders aus dem Mund eines Typen, der seit Jahren mit roten Dreads durch die Welt marschiert. Wer aber, wie ich, schon dutzende Hanfverarbeiter an einer unglücklichen Mixtur aus politischem Anspruch und mangelhaftem Geschäftssinn hat zu Grunde gehen sehen, der freut sich, wenn mal jemand völlig ohne Pathos auskommt. Innenansicht des Hanfmuseums in Hanfthal Innenansicht des Hanfmuseums in Hanfthal Besonders beeindruckt hat mich das Engagement der Gemeinden im "Land um Lah". Die haben sich in Zeiten sinkender Touristeneinnahmen ein Herz gefasst und ihre komplette Region "cannabifiziert". Die örtliche Therme bietet Hanfkuren und Massagen mit Hanföl, es gibt einen Hanf-Lehrpfad und ein Hanfmuseum. Das alles wird von "ganz normalen Leuten" organisiert, denen man am ersten Messetag hier und da anmerkte, dass sie mit dem "Buntvolk" leicht überfordert waren. Dafür war ihr Hanfbrot superlecker und das im Ort produzierte Hanf-Speiseöl ebenfalls. Bei den netten Leuten aus Hanfthal habe ich mir ein wunderschönes Kinderbuch gekauft. Dem werde ich demnächst mal einen eigenen Beitrag widmen, deshalb verrate ich an dieser Stelle nix! Leider konnte ich den "Grünen Hanif", einen Wein mit Cannabisaromen, nicht probieren. Ich wollte ja noch den ganzen Tag mit Besuchern sprechen und ein Hanfaktivist mit Fahne ... klingt irgendwie nicht besonders vertrauensbildend, oder? Hanfthal, ein Ort stellt sich vor Die herlich schräge Kombination aus traditionsbewusster Bauernschaft und moderne Tourismusarbeit, die die Einwohner des "Lands um Laa" kennzeichnet, kann man nur schwer erklären. Schau Dir am besten einfach das Video an und Du wirst verstehen, dass ich mich mit den Hanfthalern herzlich amüsiert habe. Einfach nette Leute! Ich musste versprechen, bei Gelegenheit mal im österreichischen Grenzgebiet zu Tschechien vorbei zu schauen und mich so richtig vom "Hanf im Land um Laa" verwöhnen zu lassen. Und Du solltest das auch mal machen! Last edited by Alfa; 18-10-2008 at 18:35. |
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| cannabis, cultiva, hanf, messe, österreich |
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