Der
Goettersalbei (
Salvia Divinorum), auch Azteken- oder Wahrsagersalbei genannt, ist eine traditionelle Schamanenpflanze der Mazateken im mexikanischen Oaxaca. 1961 wurde sie von Gordon Wasson als erstem Angehoerigen des westlichen Kulturkreises bei einem Ritual eingenommen und erhaelt seitdem wachsendes Interesse in der Wissenschaft.
[top]Botanisches
Salvia Divinorum gehoert der Familie der Lippenbluetler an und traegt an ihrem quadratischen Stengel zwei sich gegenueberstehende, laenglich-ovale Blaetter je Wachstumsknoten. Blueten werden nur sehr selten ausgebildet und die entstehenden Samen sind sehr schlecht keimfaehig; die Pflanze verbreitet sich sowohl in der Natur als auch in der Gaertnerei ueber Stecklinge.
[top]Kultivierung
Salvia Divinorum ist einer der robustesten und fehlertolerantesten mir bekannten Pflanzen. Die Stecklinge, ueber die sie beinahe immer verbreitet wird (es gibt nur zwei Klone in der Ethno-Szene des westlichen Kulturkreises) wurzeln extrem schnell im Wasserglas unter Plastik, und schnell und relativ zuverlaessig sogar direkt in der Erde. Hat die Pflanze einmal Fuss gefasst und findet akzeptable Bedingungen vor (hohe Lufttfeuchte, meist durch Spruehen erreicht, und 10-25 Grad Celsius), waechst sie explosionsartig und ist kaum anfaellig fuer irgendetwas.
Will man Salvia in unserem Klima ohne viel Aufwand ziehen, so stellt man sie erst unter ein Plastikzelt, in dem hohe Temperatur und Feuchte herrschen, und perforiert dieses jeden Tag ein wenig mehr. Ist kein nennenswerter Unterschied zwischen innen und aussen mehr festzustellen, wird es entfernt.
Auch die Ernte gestaltet sich einfach: Bei guten Bedingungen macht Salvia keine Probleme, wenn man einfach den Hauptstamm abschneidet und die verbliebenen 2-3 Wachstumsknoten unter Plastik neu austreiben laesst.
[top]Droge und Konsum
Konsumiert werden die Blaetter und ggf. die Blueten; bei Extrakten kommt auch der Stamm zur Anwendung. Verkauft werden oft Extrakte (bis 20x - auf Blaettern eingedampfter Extrakt mit 20facher Staerke).
Es gibt drei relevante Konsumformen: Rauchen bei hoher Temperatur (westliche Methode), Kauen von Priemen (traditionelle Anwendung) und den Vaporizer (neumodische Variante). Die drei Varianten unterscheiden sich in Staerke und Dauer:
Beim Rauchen durch die Bong, bei dem man versucht, moeglichst viel Material (0,5 - 1 g) mit einem Zug zu vergluehen und den Rauch lange (10 - 30 sek) in der Lunge zu behalten, ist der Trip extrem ausgepraegt und hat keine An- und Abflutphasen, dauert allerdings nur etwa 5 Minuten. Das Rauchen der Blätter hat allerdings einen geringeren Effekt. Gute Ergebnisse erhält man vor Allem mit Extrakten. Das untermischen von Cannabis verstärkt den Trip um ein vielfaches.
Kaut man die zu Priemen gerollten Blaetter (Dosis: 10 - 30 Stueck), wird der Saft etwa 10 min im Mund behalten und dann ausgespuckt. Das Anfluten dauert hier einige Minuten, das Abklingen bis zu einer Stunde; der Trip ist mittelmaessig stark, aber sehr viel laenger (ebenfalls etwa eine Stunde).
Der Vaporizer schliesslich ist die aufwaendigste und teuerste Methode, aber auch die effektivste. Verdampft man den Wirkstoff bei genau 260 Grad Celsius, so beginnen die Blaetter noch nicht zu kokeln und es kann problemlos inhaliert werden. Durch die hohe Effektivitaet und den problemlosen Konsum kommt hier der heftigste Trip zustande: Von Erlebnissen der Staerke einer hohen Bong-Dosis und Dauer der Kauvariante wird berichtet. Vorsicht ist also geboten.
Gelegentlich wird Salvia auch per Joint oder Pfeife konsumiert; auf diese Weise wird der Wirkstoff kaum aufgenommen und die Wirkung ist nur minimal.
Oft wird beim Erstkonsum eine sog. reverse Toleranz festgestellt: Es sind hierbei einige Versuche notwendig, bis die Droge ihr volles Wirkungsspektrum entfaltet. Dies mag ein Grund fuer die sich in Grenzen haltende Popularitaet sein, neben der komplizierten Konsumtechnik beim Rauchen.
Der Trip ist einzigartig, und Berichten nach am ehesten mit DMT zu vergleichen. Der User wird brutal aus der Welt gerissen und in eine andere verpflanzt, in der er mit imaginaeren Wesen spricht, oder verschmilzt mit Gegenstaenden seiner Umgebung. Die verschiedenartigsten Effekte sind moeglich, von einfachen dreidimensionalen Optiken ueber Visionen und Gotterfahrungen bis zum voelligen Ich- und Realitaetsverlust und Neuzusammensetzung.
[top]Nebenwirkungen und Gefahren
Wie bei den meisten Halluzinogenen sind die Nebenwirkungen beinahe nicht vorhanden und beschraenken sich meist auf ein traumartiges Gefuehl der Deplaziertheit am naechsten Tag. Eine Sucht ist nicht festzustellen, ebensowenig wie koerperliche Langzeitschaeden.
Jedoch ist durch die schiere Brutalitaet der Erfahrung im Worst Case eines Bad Trips das Entstehen einer Psychose durchaus vorstellbar, wenn auch nicht gerade haeufig. Vorsicht ist auch hier geboten!
Schliesslich soll noch auf eine Besonderheit hingewiesen werden: Durch die in Sekundenbruchteilen einsetzende Wirkung bei Bongkonsum ist ein Absetzen des Rauchgeraetes nicht mehr moeglich. Es sollte bei dieser Konsumform immer ein Tripsitter vorhanden sein, um eventuelle Brand- und Wasserschaeden zu verhindern.
[top]Legalitaet und Bezug
Unterliegt seit neustem dem BtmG, ist über das EU ausland aber erhältlich.
Von "
http://www.drogen-forum.com/wiki/index.php/Salvia_divinorum"