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Die psychedelische Erfahrung - Rat, Infos & Variationen
hier seid direkt ncohmal auf den Psychedelische Krisen & Notfälle FAQ thread hingewiesen
[top]1. EinleitungEs wurde schon eine Menge über die Eigenschaften von Psychedelika geschrieben und besonders im Internet findet man einige exzellente Texte. Der bekannteste ist wohl The Psychedelic Experience von Dr. Timothy Leary, dem Großmeister der psychedelischen Bewegung. Es ist aber bis jetzt kein ordentlicher Text erschienen, der den psychedelischen Debütanten auf das Erlebnis vorbereitet oder den interessierten, unerfahrenen Menschen das Thema auf einfache Art und Weise darstellt. Dieser Text ist ein Versuch in diese Richtung. "Wir" und "Ich" ändern sich ständig in diesem Text. Das hat nichts mit einer auf Psychedelika beruhenden Schizophrenie zu tun, sondern mit der Tatsache, daß es in diesem Fall mehrere Autoren gibt. Der ganze Text besteht aus 5 Hauptteilen. Die Teile 2 bis 4 (Vorher, Während, Danach) beschreiben die Vorbereitungen für einen Trip, den Trip selber und die Nachwirkungen. Teil 5 ist speziell für den Erstreisenden und Teil 6 für den Guide geschrieben, der anderen während einer psychedelischen Erfahrung helfen soll. Genießen Sie Ihren Flug! [top]2. VorherAlle Aspekte der Vorbereitung, auch mental, für die Reise. [top]2a Auswahl der SubstanzenDie bei weitem am meisten benutzten Psychedelika sind LSD und Psilocybin-Pilze. Cannabis, obwohl es in einem gewissen Sinne auch psychedelisch ist, kann allein schon von dem geringen Wirkungsgrad auf das Bewußtsein nicht dazugezählt werden. Man muß immer noch den durchschnittlichen Alkohol/Koffein/Nikotin-Konsument erklären daß nicht alle Drogen sogenannte Downer sind, d.h. einen betäubenden Effekt haben. MDMA ist zwar eine Klasse für sich, aber trotzdem lassen sich viele Aspekte dieses Textes auf "E" übertragen. Die durchschnittliche Art der Verwendung von MDMA allerdings (als Partydroge) scheint mehr auf eine physisch-ekstatische als auf eine psychedelische Wirkung hinweisen. Personen, die MDMA in einem ganz anderen Zusammenhang eingenommen haben (zum Beispiel Doktor Timothy Leary) wie es zum Beispiel mit LSD oder Meskalin gemacht wird, um ein spirituelles Ziel zu erreichen, erzählen von Wirkungen, die ganz klar klassisch psychedelisch sind. Es gibt natürlich noch eine Menge von wirklich abgefahrenen Halluzinogenen wie zum Beispiel DMT, aber der normale Konsument wird wohl nicht auf diese Stoffe stoßen, wenn er nicht grade Ethnobotanik als Hobby hat. LSD kann bei entsprechender Dosis bis zu 12 Stunden wirken, was für den Erstkonsumenten sicherlich ein wenig abschreckend ist. Pilze wirken nur ca. die Hälfte der Zeit. Trotzdem halten viele LSD für eine positivere Substanz im Vergleich zu den Magic Mushrooms. Das ist aber letztendlich wie so oft reine Geschmackssache. Im übrigen sind Horrortrips beim Erstkonsum extrem selten. Die Dosis sollte zuerst niedrig angesetzt werden. Nachher kann man die Dosis ja noch langsam steigern, aber eine Reduzierung der Dosis ist nach der Einnahme natürlich aus nachvollziehbaren Gründen nicht mehr möglich. Auf dem Schwarzmarkt kann niemand sagen, wieviel überhaupt in der Pappe oder dem Pilz oder der Pille ist. Ein erfahrener Freund ist da schon nicht schlecht. Besonders bei LSD sollte man nicht auf die "Es ist noch nichts passiert, ich merk ja gar nichts, besser ich werf nach"-Falle reinfallen. 2 Stunden sind eine gute Zeit, die man mindestens warten sollte. Dave Gross (dgross@morlock.punk.net) sagt dazu: "Aber nicht zu niedrig. Der erste Trip ist sehr wichtig und das Potential scheint sich beim ersten Besuch der psychedelischen Welt zu vergrößern. Es kann meiner Meinung nach nur von Vorteil sein, wenn der erste Trip ein kräftiger ist (eintauchen anstatt hineinzuwaten). Es gibt zwei Überlegungen - die Gefahr eines Horrors zu beseitigen und die Möglichkeit eines guten Trips zu intensivieren. Beides ist wichtig. Wenn aber Sicherheit die wichtigste Überlegung wäre, dann würde niemand die psychedelische Welt mit illegalen Substanzen betreten. Es muß eine Balanz zwischen sicherem Konservatismus ("Wie reise ich sicher") und Enthusiasmus ("Wie man Gott sieht, Gott wird und ihn nachher bei guter Musik für überholt erklärt") geben." [top]2b Auswahl der MitreisendenDie Dynamik innerhalb der reisenden Gruppe ist sehr wichtig. Laßt uns die Aspekte nacheinander durchgehen:
Diskussionen über alle möglichen Themen und Gruppen-bindende Praktiken wie Gemeinschaftsmeditation wird von einigen sehr gerne praktiziert. Auch eine MDMA-Erfahrung soll schon viel Probleme gelöst haben. Eine unserer Tripping-Crews hatte schon lange Zeit Probleme. Gegenseitiges Mißtrauen und Paranoia machten die Situation irgendwann nicht mehr tolerierbar und der Streit brach aus. Durch Diskussion konnte die Situation dann aber doch geändert werden. Die Moral von der Geschichte: Laßt das nicht euch passieren. Über Probleme zu diskutieren ist für viele schwer, allerdings immer noch besser als eine vergiftete Atmosphäre.
[top]2c Auswahl des OrtesDer ideale Reiseort ist:
Die ersten Trips sollten im Haus unternommen werden. Nachher kann man immer noch nach draußen gehen und zum Beispiel den Stadtpark besuchen (Geht ja nicht in eine Pizzeria! ;-) ). Eine andere Wahl ist die der Tageszeit. Nachts sind grade Hallus viel intensiver, ebenso der Sonnenuntergang beziehungsweise der Sonnenaufgang. Aber aufpassen, denn zum Beispiel während einer Reise ausgeraubt zu werden ist sehr unangenehm. Allerdings ist die Gefahr natürlich bei 0,000000000000000001 %. Wenn du etwas mehr erfahren bist (Cannabis-Raucher werden so oder so am Anfang weniger Probleme haben) und auch mit nicht "erleuchteten" Leuten reden kannst, dann sollte man ruhig ein wenig abenteuerlich werden. Camping im Wald, eine Party am Strand oder der lokale Vergnügungspark sind da nicht schlecht. Timothy Leary hat einmal gesagt, daß der größte Grund für die steigende Langeweile an Psychedelika der ist, daß die Leute einfach immer das gleiche während der Reise machen, anstatt mal was anderes auszuprobieren. [top]2d EinpackenEin paar Tage vor dem psychedelischen Erlebnis sollte man seinen Kopf einfach mit ein paar interessanten Sachen füllen. Es gibt Leute, die lieben es vorher ein paar Dokumentationen anzuschauen (Quarks und Co rules!). Auch Bücher sind nicht schlecht. Meditation und Spaziergänge durch den Wald bringen vielen einen großen Schub an mentaler Energie. Man sollte den normalen Arbeitskreis, das tägliche Abmühen unterbrechen und ein paar Tage ausspannen, bevor man zur Expedition aufbricht. Beachte, was du am Tag vorher ißt. Vielleicht willst du vorher noch ein bißchen Energie in dich reinfuttern. Ein wenig Pasta oder besser noch ein Salat ist da ideal, besonders 8-4 Stunden vorher und besonders bei den längeren LSD-Trips. Auf der anderen Seite kann fasten oder nur Säfte und Früchte die Qualität des Befindens steigern (mehr Klarheit) und so besser zu schamanistischen und spirituellen Erlebnissen führen. 3 Stunden vorher sollte man nichts mehr essen, denn die Aufnahme des Psychedelikums durch den Magen wird dann verzögert. Außerdem gibt es Leute, die sehr empfindlich gegen Verdauungsstörungen sind und dann kann es zu leichter Übelkeit kommen. Fettes Essen sollte man so oder so vermeiden. Ein wenig Schokolade ist allerdings gute alte mittelamerikanische Tradition bei der Einnahme von Psychedelika. Unangenehme Situationen vor der Reise sollte man vermeiden. Natural Born Killers am Abend vorher ist nicht grade eine ideale Ausgangssituation, genau so wie stundenlange Schreiduelle mit Eltern oder Freundin/Freund. Das emotionale Kleingepäck tritt während eines Trips immer wieder mal an die Oberfläche. [top]2e MusikEin sehr wichtiger Faktor des Settings ist Musik. Besonders in einer lauten und städtischen Umgebung kann Musik den Hintergrundlärm unterdrücken. Da Geschmäcker verschieden sind muß man zwangsläufig ein wenig experimentieren. Meiner Meinung nach (der Übersetzer) ist klassische Drogenmusik immer noch am besten. Damit meine ich Hendrix, Doors, Velvet Underground, die späten Beatles etc. Die Musik sollte relativ ruhig sein und nicht zu hektisch (das kommt auf die Personen an). Guter Hardcore und Indierock ist auch nicht schlecht, bei letzterem ist besonders die Siamese Dreams von den Smashing Pumpkins zu empfehlen. Joy Division und ähnliches sind nicht ganz so toll, denn depressive Musik, die sonst sehr entspannend sein kann könnten einige fiese Reaktionen des Unterbewußtseins nachsich ziehen. Trance, House und sonstige synthetische Sache ist auch nicht schlecht. Viele Leute, die diese Musik eigentlich bis auf den Tod hassen können sie unter dem Einfluß von gewissen Substanzen sehr gut leiden. Richtig abgedrehte Musik wie zum Beispiel New-Age Meditationszeug von irgendwelchen Mönchen aus Tibet oder sonstwo wird von einigen Leuten richtig genossen. Indianische Gesänge sind auch sehr interessant. Stille, entweder komplett oder die Musik von Mutter Natur ist die beste Art von psychedelischer Musik, solange Menschen die andere Welt betreten. Das Plätschern von Regen auf ein Dach schlägt jede Art von menschlicher Musik. Ein Muß. Perfekt. Nachdem man merkt, daß man abhebt, sollte man mal auf Musik ganz verzichten und entspannt dem Rhythmus der Erde zuhören (das funktioniert!). [top]2f TriptoysTriptoys (alle möglichen Dinge zum spielen) sollte man erst nach dem höchsten Punkt der Erfahrung raushohlen, wenn man wieder ein wenig Energie gesammelt hat und nicht noch im Hyperraum herumschwebt.
[top]2g DrogenzusammenspielDie meisten Drogen, ob es sich um illegale Substanzen oder normale Medikamente aus der Apotheke handelt, vertragen sich meist sehr schlecht mit Psychedelika (informiert euch über Monoaminooxidase-Hemmer!). Aspirin und andere ähnliche Dinge sind nicht so schlimm, aber andere Schmerzmittel und Beruhigungsmittel können unvorhergesehene Reaktionen auslösen. Einige Medikamente wie Prozac reduzieren den halluzinogenen Effekt, andere wie Lithium verstärken ihn um ein vielfaches. Besser man verzichtet auf alle Medikamente und Drogen. Es gibt allerdings drei Ausnahmen von dieser Regel:
[top]2h SonstigesDie Kleidung sollte luftig und leicht an- oder auszuziehen sein, da die Körpertemperatur unter dem Einfluß von Psychedelika ansteigen kann. Nimm etwas zu trinken mit, vorzugsweise Wasser, und ein paar leichte Snacks wie rohe Paprika, Möhren oder Schokoriegel (wenig!). Limonade mit Kohlensäure kann übrigens ein nettes Spielzeug sein. Geführte Meditation (Za Zen) hat sich bei einigen sehr bewährt. Während der Reise kann man einige seiner Körpersignale manchmal nicht so interpretieren wie sonst. Man merkt manchmal gar nicht, daß man Hunger hat oder auf Klo muß oder daß es einfach zu kalt oder zu warm ist. Ein unangenehmes Gefühl macht sich breit, ohne daß man weis warum. Ein kleiner Leitfaden:
[top]2i Intention der ReiseZitat aus "Die psychedelische Erfahrung" von Doktor Timothy Leary: Was ist das Ziel? Der klassische Hinduismus schlägt vier Möglichkeiten vor:
[...und nun ein anderer Abschnitt aus dem Buch...] Menschen neigen natürlich dazu, persönliche und soziale Perspektiven auf jede neue Situation zu übertragen. Zum Beispiel übertragen manche schlecht vorbereitete Subjekte unbewußt ein medizinisches Modell auf die Erfahrung. Sie schauen nach Symptomen, interpretieren jede neue Erfahrung nach Krank oder Gesund und, wenn sich Angst einstellt, verlangen sie Beruhigungsmittel. Manchmal enden schlecht geplante Sitzungen in der Forderung des Subjektes nach einem Arzt. Rebellion gegen Konventionen können einige Leute motivieren die Droge zu nehmen. Die naive Idee, etwas sehr entferntes oder relativ dreistes zu machen kann die Erfahrung überschatten und verzerren. Psychedelika bieten zahlreiche Möglichkeiten des beschleunigten Lernens und der wissenschaftlichen Forschung, aber für die ersten Sitzungen können intellektuelle Reaktionen zu Fallen werden. Sein Gehirn einfach abzuschalten ist der beste Rat an Novizen. Nachdem du gelernt hast wie man sein Bewußtsein herumbewegen kann - in ein Verlust des Egos und zurück - können intellektuelle Übungen in die psychedelische Erfahrung eingearbeitet werden. Das Ziel ist es dich vom verbalen Bewußtsein für solange wie möglich zu befreien. Religiöse Erwartungen beinhalten den gleichen Rat. Wieder ist das Subjekt am besten beraten wenn er einfach mit dem Strom schwimmt, solange wie möglich wach bleibt und theologische Interpretationen auf nachher verschiebt. Erholende und ästhetische Erfahrungen sind natürlich. Die psychedelische Erfahrung beinhaltet ekstatische Momente die jedes persönliche oder kulturelle Spiel verkümmern lassen. Pure Sensation kann die Aufmerksamkeit erregen. Interpersonelle Vertrautheit kann die Höhe des Himalayas erreichen. Ästhetische Freuden - musikalisch, artistisch, botanisch, natürlich - werden millionenfach verstärkt. Aber Ego-Spiele und Reaktionen - "Ich habe diese Ekstase. Wie glücklich ich doch bin!" - können das Subjekt vom erreichen eines puren Ego-Verlustes abhalten. [...Ende des Zitates aus "The psychedelic experience" von Leary...] Mit anderen Worten, es ist eine gute Idee sich vorher schon zu entscheiden, was für ein Ziel der Abend haben soll und sich mit seinen Freunden abzusprechen um die Aktivitäten ein wenig zu synchronisieren. Trotzdem sollte man die Natur der Erfahrung nicht zu präzise planen. Am Ende kann man nur den Weg der Reise beeinflussen, nicht aber kontrollieren und wenn du ein bestimmtes Ziel nicht erreichst, dann frustriert dich das nur absolut unnötig. Wie Leary es schon gesagt hat, schalte dein Gehirn einfach ab. [top]3. WährendWas passiert während der Reise und was sollte man machen. [top]3a Generelle RatschlägeEinmal in der Luft kann man relativ schnell vergessen das der Kurs der Reise verändert werden kann. Bilder und Gedanken kommen und gehen und alles folgt einem eigenartigerweise sehr familiären wenn nicht göttlichen und unbekannten Pfad. Also wird jemand glotzend mit offenem Kiefer zurückgelassen, wie beim allabendlichen Fernsehprogramm. Den Weg des Pfades zu ändern ist eigentlich sehr einfach, wenn man es nicht vergißt. Vorher sollte man sich immer entscheiden und nachdenken was man sehen will und wohin man reisen möchte. Normalerweise entwickelt jeder Reisende seinen eigenen Weg, folgt seinem individuellen Pfad, ob er nun gut oder böse ist. Alles ist möglich. Und erinnere dich immer an die unsterblichen Worte des Anhalters durch die Galaxis: Keine Panik! [top]3b Physische NebenwirkungenNeben der Übelkeit am Anfang, die nach Einsetzen der Wirkung abklingen können Pilze einige andere physische und psychosomatische Nebenwirkungen hervorrufen. Du wirst vielleicht einige eigenartige, verrückte und vielleicht sogar beängstigende physische Effekte bemerken wie eine flüssige Haut oder verzerrte Körperproportionen. Vielleicht fühlst du dich, als ob du im Boden versinken würdest oder sogar in dir selbst. Wenn du dir dann Sorgen machst, kannst du sogar das Gefühl bekommen, daß kleine Würmer in deinem Magen herumkrabbeln, daß dir das Dach auf den Kopf fällt, daß deine Bettdecke dich zum Abendbrot verspeisen will. Du hast es erraten, ein schlechter Trip kommt auf. Keine Panik! Das ist normal und es ist wirklich noch nie etwas real passiert oder wird real passieren, denn es ist nur dein Gehirn, welches ein wenig übertreibt und sich all diese Dinge einfallen läßt. Noch wichtiger, du kannst es immer noch stoppen. Lerne, mit deinen Gedanken abzuschweifen und sie auf andere Dinge zu lenken. Das ist nicht einfach, aber besonders für Erfahrungen unter hohen Dosen eine Fähigkeit, die vorhanden sein muß. Einer der größten Vorteile mit einer gut ausgesuchten Gruppe zu reisen ist bei solchen Momenten die Tatsache, daß man seine Freunde berühren und sich so seiner Gesundheit versichern kann. Und wenn du einen guten Guide hast, wird er/sie merken, wenn du wimmernd in der Ecke liegst. Sie werden sich dann um dich kümmern. [top]3c FlugplanDie Zeiten sind natürlich unterschiedlich, veranschaulichen aber den Abstand der Effekte. Die erste Zahl steht für Psilocybin, die zweite für LSD. Flugphase Minuten nach der Einnahme Start 0 0 Normalerweise zeigen sich die ersten Symptome schon nach 10 bis 20 Minuten. Witzige oder seltsame Dinge können einfach in deinen Sinn kommen. Einige fühlen sich erst sehr entspannt, andere dagegen springen fröhlich durch den Raum. Danach denken die meisten, sie würden abheben, immer weiter nach oben zu den Sternen. Beschleunigung 45 30 Wenn du irgendwelche physischen Symptome zeigst dann jetzt. Übelkeit kann durch einfaches Fasten am Tag beseitigt werden und Ruhe hilft auch. Bleib einfach ruhig sitzen. Erbrechen bei Pilzen passiert sehr selten, trotzdem ist ein Beutel in der Nähe nicht schlecht. Im Dunkeln kann man auch schon einige Pixel sehen, bunte Lichtpunkte, die umherschwirren (wunderschön, der Übersetzer). Wenn noch jemand auf die Toilette möchte sollte er das jetzt machen. Der Flug 90 70 Nun starten die etwas kräftigeren Effekte. Der Körper fühlt sich schwer und unbeweglich. Höhepunkt 180 120 Der Höhepunkt der Erfahrung. Er wird oft als ein wenig anstrengend und ehrfürchtig empfunden. Landeanflug 300 240 Nun erinnert man sich wieder an das Konzept der "Realität" und bekommt vielleicht Lust auf einen kleinen Snack oder etwas zu trinken oder redet oder bewegt sich oder... Landung 10h 6h Die meisten Effekte sind verschwunden und es macht sich ein wenig Müdigkeit breit. Realität 16h 12h Wenn du nachts reist und am Ende einschläfst ist das natürlich der nächste Morgen ... und der Effekt ist das du dich großartig fühlen wirst! Es ist nicht schlecht, wenn noch jemand da ist, mit dem du die Erfahrung gemacht hast und dich dann austauschst. Ein oder zwei Tage danach werden immer noch deine Mitreisenden mit der Analyse des Erlebten beschäftigt und auf ihr Inneres fokussiert sein. Es ist für sie meist sehr wichtig und der Austausch mit den anderen kann sehr wertvoll sein. [top]3d Unterschiede zwischen den PsychedelikaLSD und Psilocybin, obwohl sehr ähnlich, sind trotzdem nicht gleich. Hier ist ein netter Artikel von Ellis Dee (an188749@anon.penet.fi), indem die Unterschiede aufgelistet werden: "Hier ist eine nicht komplette Liste der Unterschiede zwischen Psilocybin und LSD, so wie ich sie sehe. P steht für Psilocybin und L für LSD.
L: Anfang 60 Minuten, Höhepunkt 2-3 Stunden, Dauer insgesamt circa 10 Stunden
P: sehr wenig stimulierend, manchmal begleitet von leichter Schläfrigkeit Wahrnehmungl ---
P: mehr visuell als akustisch
P: beschränkte Synästhesien, auch in mittleren bis sehr hohen Dosen
L: weites Spektrum der möglichen Effekte P: sehr spezifische Effekte, die immer wieder vorkommen Ästhetik: L: neutral, Bilder gehen von banal bis erhaben P: Visionen sind fast immer erhaben und schön Farben: L: Primär- oder Spektralfarben, abstrakt, bewegen und verändern sich frei, sehr transparent P: erdige kompositäre und warme Farben, konkret und an Objekte gebunden, sehr strahlend Muster: L: sehr detailliert, wie Fraktale, sehr abwechslungsreich in Formen und Strukturen, erleuchtet von Facetten P: wenig Betonung auf Details, weite und zusammenhängende Regionen mit vielen Farben mit sauberen Ecken
L: schwere Depersonalisierung im Zusammenhang mit einer Erfahrung der Einheit und Grenzenlosigkeit P: leichte Depersonalisierung, Erfahrung der Schönheit und der Zuneigung zu anderen Menschen / Dingen Erweiterung: L: sehr erweiternd, Vervielfältigung von Gedanken und Emotionen, Gefühl der Grenzenlosigkeit P: leicht erweiternd Denken und Wahrnehmen: L: Wahrnehmen und Denken sind vereint, die Wahrnehmung wird durch Denkprozesse gesteuert P: Wahrnehmung wird leicht durch Denkprozesse gesteuert Kontinuität: L: Hoher Grad der Kontinuität durch die Vermittlung von Wahrnehmung durch Denkprozesse P: wenig Kontinuität, eine Erfahrung ersetzt die andere Die folgende kurze Liste einiger halluzinogener Effekte haben wir nach der Dosis geordnet (CEV= Vision mit geschlossenen Augen, OEV= Vision mit geöffneten Augen).
Diese Liste ist absolut nicht komplett. Neben der vielen spezifischen Effekte wirst du gewiß merken daß alles, besonders die Natur einfach anders wahrgenommen wird. Neu, frisch und irgendwie fremd aber auch im gleichen Moment sehr vertraut und familiär. Die kleinsten Details werden wahrgenommen und der Kontrast zwischen den Farben wird erhöht. Meiner Meinung nach ist die Möglichkeit die Welt anders zu betrachten und wahrzunehmen der größte Verdienst von Psychedelika aller Art und ich kann nur noch mal raten, während einer Reise nach draußen zu gehen und sich ein wenig umzuschauen. [top]3e Die psychedelischen EbenenUm mit anderen Psychonauten zu reden wird eine Art Skala für die Intensität der psychedelischen Ebene des Trips benötigt. Der de fakto-Standard im Internet ist Graeme Carls Skala von 0 bis 5, welches sich viel detaillierter zeigte als Shulgins 3-Plus-System. Hier ist was Graeme (an43543@anon.penet.fi) selber dazu sagt: [...] In einem Zeitraum von ungefähr sieben Jahre bin ich ungefähr 60 mal gereist. Während dieser Zeit habe ich immer die Effekte bei verschiedenen Dosierungen beobachtet und bin zu dem Schluß gekommen, daß die Dosis-Effekt-Kurve für Psilocybin und für LSD nicht linear ist. Die Kurve ist von Person zu Person unterschiedlich, aber ihre Form bleibt immer gleich. D O S I E R U N G (in frischen Pilzen) [...]Die essentielle Form des Graphen ist alles worauf ich aufmerksam machen will, da die Dosierung eh von Person zu Person unterschiedlich ist. (Anmerkung: die Dosisinformation gilt für den obskuren australischen Pilz Psilocybe Subaeruginosa, also ignoriere sie. Die Grundidee der Skala arbeitet gut genug für alle Psychedelika. Im Zusammenhang mit individueller Reaktion kann ich sagen, daß eine Freundin von mir 3 mal weniger Material braucht als ich, also 1g für sie 3g für mich.). Level 1: Diese Ebene produziert einen leichten milden Effekt wie bei THC mit einigen visuellen Erweiterungen wie leuchtendere Farben. Das Kurzzeitgedächtnis ist schon ein wenig beeinträchtigt. Die Kommunikation zwischen den Gehirnhälften führt dazu, das Musik "weiter" klingt. Level 2: Leuchtende Farben und Bilder und einige zweidimensionale Muster werden bei geschlossenen Augen sichtbar. Verrückte Gedanken können auftauchen, da das Kurzzeitgedächtnis verändert ist und damit auch die typischen Denkmuster. Die Kreativität steigt, da viele der Filter im Gehirn umgangen werden. Im Zusammenhang mit dem menschlichen Kampf ums Überleben muß der Mensch schon in jungen Jahren lernen wie man Informationen, die zum Gehirn weitergeleitet werden sollen, abblockt, oder besser gesagt ausfiltert. Dieser Prozeß der selektiven Filterung erlaubt es uns auf einen einzigen Punkt oder Gedanken zu konzentrieren. Stell dir einmal vor, du würdest alle Signale wahrnehmen, die auf deinen Körper einwirken., jeden einzelnen Quadratzentimeter deiner Haut fühlen. Stell dir vor, du bist dir immer bewußt, daß deine Zunge in deinem Mund ist oder daß die Klimaanlage die ganze Zeit ein kontinuierliches Geräusch im Hintergrund erzeugt. Ich glaube, daß Trips diese totale Aufmerksamkeit, die einfach ausgestellt ist seitdem wir zu dritt sind, wieder zurückbringt. hast du jemals Kinder in einem Einkaufszentrum beobachtet? Wenn du sie mal beobachtest, dann wirst du merken, daß sie aussehen, als ob sie auf einem Trip wären, wenn sie mit großen Augen auf all die bunten Farben schauen, den Himmel beim Laufen und sich selbst in spiegelnden Oberflächen betrachten. Auf dem Weg zum Erwachsenen scheinen wir stetig zu lernen, bestimmte Informationen auszufiltern und wir nehmen nicht mehr die Welt in der Weise wie kleine Kinder wahr. Die meisten Erwachsenen haben sogar die Erinnerung an diese Empfindungen vergessen. Vielleicht fühlen deswegen viele Erst-Reisende ein eigenartiges familiäres Gefühl der Vertrautheit, ein Gefühl, daß die Realität während des Trips viel realer ist als die "echte" Realität. Level 3: Sehr offensichtliche Bilder, alles sieht geglättet aus und die Muster sind verändert. Kaleidoskope werden auf Wänden und Gesichtern etc. gesehen. Einige milde Halluzinationen sowie dreidimensionale Visionen bei geschlossenen Augen treten auf. Synästhesien treten auf, zum Beispiel werden Töne gesehen. Die Wahrnehmung der Zeit ist gestört und es kommt zu Momenten der Unendlichkeit. Bewegungen werden sehr schwer, da sie zuviel Aufwand zu benötigen scheinen. Level 4: Starke Halluzinationen, wie zum Beispiel Objekte, die miteinander verschmelzen. Die Dinge scheinen mit einem kommunizieren zu wollen, ein gewisser Verlust der Realität ist festzustellen. Zeit wird bedeutungslos. Diese Ebene ist unterschiedlich, da das alte Universum aufhört zu existieren. Ein Gefühl der Erleuchtung oder ähnlicher besonders aus dem asiatischen Raum bekannten Zustände ist nicht unwahrscheinlich. [...Ende des Zitates...] Natürlich ist die Skala diskutierbar, besonders in den ersten Ebenen. Ich glaube, daß ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zwischen Level 2 und Level 3 die Tatsache ist, daß man auf Ebene 2 OEVs noch an- und abschalten kann wie man will, sie aber bei Ebene 3 überall zu sein scheinen. Level 5 ist ein Thema für sich, denn es benötigt schon mehr als eine hohe Dosis um das Nirvana zu erreichen. [top]4. Danach[top]4a ÜberblickDie Nachwirkungen der Erfahrungen werden immer für ein paar Tage bis einigen Wochen anhalten. Was du gelernt hast kann sogar dein Leben ändern. Manchmal kann das Gelernte aber auch negativ sein und du wirst eine Zeit lang depressiv sein, weil du erkannt hast, daß Dinge, die du dein ganzes Leben gemacht hast falsch waren. Aber diese Depression ist niemals extrem und nachher - so komisch es klingt - wirst du eine viel bessere Person sein. [top]4b Post-Trip-EffekteAlle folgenden Effekte haben eine Gemeinsamkeit: ihre Häufigkeit und ihre Intensität nehmen mit der Zeit immer weiter ab. Total auf den Boden zurückzukehren dauert fast einen Monat, obwohl die eigentlichen Effekte nach einer Woche völlig verschwunden sind. Hier nun eine Liste von einigen Effekten. [top]Normale, manchmal beobachtete Effekte
[top]Seltene Nebeneffekte
[top]Absolut seltene Effekte- Post-halluzinogene Wahrnehmungsstörung Nach dem ersten Trip bemerken so gut wie alle Menschen bei geschlossenen Augen ein Leuchten und einen Wechsel von Farben (ohne Halluzinogene!). Das liegt an der Tatsache, daß die Person mehr Dinge wahrnehmen kann und nun Dinge sieht, die er vorher einfach nicht bemerkt hat. Sehr, sehr selten tritt eine extreme Form auf: " Einige Personen, welche an einer post-halluzinogenen Wahrnehmungsstörung litten, berichten von einem Gefühl, in einer Wasserblase unter Wasser zu leben. Sie beschrieben ebenfalls Leuchtspuren und Bilder, die von bewegenden Händen ausgelöst wurden. Diese Wahrnehmungsstörung verschlimmert sich bei dem Gebrauch von psychoaktiven Substanzen." "Einige Individuen leiden an Angstgefühlen und Panik, entwickeln Phobien und werden depressiv. Bei der Beobachtung der Post-halluzinogenen Wahrnehmungsstörung fiel auf, daß die Personen bis zum Konsum von Psychedelika keine psychische Krankheitsgeschichte hatten." " Drogenfreie Erholung von der Post-halluzinogenen Wahrnehmungsstörung und damit verbundene, unterstützende Sitzungen sind oft eine adequate Behandlung, obwohl die Therapie einige Monate dauern kann. Die Behandlung mit Psychopharmaka ist manchmal von Nöten, um die durch Angst und Panik verursachte Verwirrung zu beheben. Die Verwirrung entsteht durch das Gefühl des Individuums irreversibel Verrückt zu werden." (David Smith et al./ Psychiatrische Jahresschriften/ 24. März 1993, Seite 45) - Selbstmord Sehr offensichtlich ist Selbstmord keine direkte Folge der Halluzinogene. Aber eine indirekte Folge von einer Anzahl von Depressionsattacken, negativen Erlebnissen und vielen verschiedenen psychischen Krankheiten. Sogar bei den äußerst seltenen Effekten äußerst selten. [top]4c Das Eraserhead-SyndromPilze zum Beispiel können viel Spaß bereiten. Man könnte sie jeden Tag essen. A) uncool B) nicht gut. Mentale und physische Toleranz baut sich recht schnell auf. Normalerweise verursachen drei oder vier Erfahrungen in Abständen von 7 Tagen viel geringere Effekte und einen merkbar weniger sprirituellen Trip. Vier bis zehn mal im Jahr kann man ruhig die psychedelische Erfahrung machen ohne daß es zu Schäden kommt. Jeder von uns kennt jemanden, der Drogen mißbraucht. Ich nenne diese Typen Eraserheads, denn sie sind meist ein wenig paranoid, manisch-depressiv und dumpf. Es ist einfach von Psychedelika schlechte Schwingungen zurückzuerhalten - wenn du sie einfach und respektlos wie Alkohol konsumierst und dich um nichts kümmerst. Erinnere dich was das Vorwort gesagt hat und benutz das Bewußtsein deines Turbogeladenen Affenhirns, welches wir alle haben. Wenn du nur breit werden willst, dann gibt es dafür bessere Substanzen in der Welt. [top]5. Für den ReisendenDieser Abschnitt ist für diejenigen gedacht, die das erste mal in die Welt der Psychedelika hereintreten wollen. [top]5a PräambelDer erste Trip ist ein unvergeßliches Erlebnis, mit dem sich nur wenige Sachen wie Geburt und Heirat an emotionaler Intensität messen lassen. Deshalb sollte man die ganze Sache sehr ernst angehen. Um Andrei Foldes zu zitieren: "Du wirst allein geboren, du stirbst allein, du trippst alleine". PSYCHEDELIKA SIND KEINE SPIELZEUGE! [top]5b Stadien des BewußtseinsWenn du deprimiert bist, dich über die ganze Welt ärgerst oder nur eine gute Zeit haben willst, dann nimm keine Psychedelika. Der erfahrene Reisende kann zwar sogar bestimmte Probleme während des Trips lösen, aber dies ist nicht gerade angenehm und dem Anfänger nicht zu empfehlen. Wenn du aber gesund und glücklich bist und dich auf den Trip wie auf eine Reise in ein fernes Land, das du schon immer mal besuchen wolltest, freust, dann bist du in guter Verfassung. Glück vergrößert sich ebenso wie Haß und Angst. [top]5c Don't worry, be happyBis jetzt wirst du wahrscheinlich ziemlich verwirrt sein und überzeugt von der Tatsache, daß die psychedelische Erfahrung eine teuflische Feuerprobe ist, in der ein falsches Detail zu 12 Stunden Hölle führen kann. Diese Ansicht ist, Gott sei dank, falsch. Dieser Text hat die unglückliche Tendenz besonders die negative Seite der psychedelischen Erfahrung zu betonen. Bei geringen Dosen reicht es schon Set und Setting in Ordnung zu bringen und alles läuft perfekt. Nur bei hohen Dosen ist das Risiko eines Horrortrips wirklich gegeben, und selbst dann kann sorgfältige Vorbereitung, unbarmherzige Selbstanalyse und eine gut ausgesuchte Gemeinschaft das Risiko auf fast 0 Prozent senken. Aber laß mich erstmal eine kleine Geschichte erzählen. Mein erster Trip war auf einer mittleren Dosis Psilocybe Semilanceata und nachher hab ich ihn auf einer Skala von 1 bis 5 bei 2-3 eingestuft. Eines Tages um 10 Uhr morgens rief mich ein Freund an und sagte mir, daß ich rüberkommen sollte, da wir _jetzt_ einen Trip machen werden. Wir hatten schon eine längere Zeit das ganze geplant, aber eine unvorhergesehene Möglichkeit tat sich auf und wir beschlossen, sie zu nutzen. Da war ich nun, eine Stunde zur Vorbereitung, niemals vorher eine andere Droge als Alkohol konsumiert, um nun in einem unbekannten Appartment zu trippen, ohne Spielzeuge, ohne passende Trip-Musik und insgesamt absolut unvorbereitet auf das was passieren wird. Also ließen wir uns fallen. Es schmiß mich um. Meine Sicht der Welt wurde zerschlagen. 6 Stunden der Ekstase, auf den Kanten der geistigen Gesundheit herumschwebend. Und trotz des Mangels an Vorbereitung war es eine wirklich unbeschreibliche und fast nur positive Erfahrung. Alles was ich sagen kann, don't worry. Nähere dich dem Trip mit einem geöffneten Geist und alles wird in Ordnung sein. [top]5d Psychedelische Erfahrungen nur zum SpaßDie meisten "Anleitungen" für die psychedelische Erfahrung, inklusive dieser hier, zielen auf den höher angelegten mystisch gefärbten Trip ab. Wenn du deine Dosis korrekt gewählt hast, dann ist es sehr unwahrscheinlich, daß deine Reise höher als Ebene 3 sein wird und daß nichts wirklich kosmisches passiert, wenigstens ohne Nachhelfen. Du hast daher ungefähr 2 Tage, damit klar zu kommen. 1. Du könntest den Trip in eine mystische Direktion lenken. Dieses Ziel benötigt Dunkelheit, einen Mangel an sensorischem Input, sehr gut ausgewählte Freunde und ein ruhiges Setting. Aber auch dann kannst du nur irgendwo hinkommen wenn du meditierst, oder mehr präzise einfach bewegungslos mit geschlossenen Augen den Höhepunkt der Erfahrung verbringst. Danach hat man immer noch 3 bis 4 Stunden. 2. Vergiß das ganze mystische Zeug, gewöhne dich einfach an diesen Zustand, und vor allem hab Spaß an der Sache. Vorher hatten wir eine Sektion über Triptoys, probier sie aus. Lauf in deiner Wohnung rum, unternimm etwas außerhalb, besuche einen netten Park. Du brauchst keine Angst davor zu haben, daß du vielleicht grinst und kicherst. Die Bezeichnung "trippender Narr" (tripping fool), obwohl sie besonders für die Nichtinitiierten ziemlich heftig klingt, beschreibt den Zustand während eines Trips perfekt. Du wirst eine Menge verrückter und kindischer Sachen machen, mit Pflanzen und Steinen oder sonstwas herumspielen, mit offenen Kiefern auf die Schönheit von Bäumen starren. Und du wirst dir ständig bewußt sein, wie kindisch dein Verhalten ist, aber es macht wirklich gar nichts, denn für die paar Stunden voller glücklicher Psychedelia kannst du wiederfinden, wie ein Kind sich fühlt. Laß alle ziellosen Ego-Spielchen sein und erfahre die Welt noch einmal zum ersten Male. [top]5e Jakes Sicht der Sache (s766184@aix2.uottawa.ca)Ich bin gerade Die Psychedelische Erfahrung durchgegangen und dachte mir, was für eine großartige Arbeit dies ist. Aber es erinnerte mich an andere Typen, mit denen ich in Kontakt gekommen bin. Die Art von Leuten, die sehr unwahrscheinlich an einer Internet-mailing list, an den spirituellen Dimensionen eines Trips oder nur an der Wichtigkeit, seinen eigenen Kopf ganz zu halten interessiert sind. Ich bin nur neugierig auf den Zugang vieler anderer Personen. Ich glaube, das ist das gleiche, was ich schon bei meiner letzten Nachricht gesagt habe. Nehmen wir einige meiner High-School-Freunde. Die zu verwendende Terminologie hier (in Kanada) ist "getting fucked up". Wenn du LSD nimmst oder Pilze ißt, dann bist du "all wasted", du hast einen "buzz", man sagt "getting off". Psychedelika werden wie eine stärkere Version von Alkohol behandelt. Und es hat dieselbe machohafte Selbstzerstörung inne. Ihr kennt es alle, wieviel kann ich werfen, wieviel kann ich fressen, wieviele Krüge/Joints/Eimer man sich geben kann ohne Blut zu spucken (Ja, ich kenne Leute, die sich alte Öleimer gegeben und Blut gespuckt haben, aus was für einem Grund auch immer). Als ich ihnen etwas über DXM erzählte, rannte eine Horde von ihnen aus dem Haus, um sich jeder 3 ganze Packungen zu geben (und dabei noch eine nicht unbeträchtliche Menge THC aufzusaugen) und dabei ein paar mal zu sterben. Ein Typ saß eine ganze Woche in seinem Appartment um sich DXM zu geben und versuchte sogar, einem Freund von mir 20 Dollar über den Kosten zu geben, damit dieser ihm noch mehr kauft. Eine Nacht im Leben hier bedeutet 6 bis 8 _gute_ Pappen, in einem dunklen und verrauchten Appartment zu sitzen, bewegungslos, mit Pantera, Machine Head, White Zombie, Fear Factory, Sepultura und vielen anderen Death/Thrash-Maestros bis auf 10 heraufgedreht. Kein Brian Eno oder Worldbeat, leider (Geschmackssache, Anm. des Übersetzers). Die Spaßaktivitäten sind schnell eine dunkle Straße hinunterzufahren, Fernsehschirme mit den bloßen Fäusten einzuschlagen, sich zu prügeln. Natürlich ist Denken verboten. Die ganze Erfahrung ist nur eine Dosis, ein Gefühl, eine Kaleidoskopshow, eine Chance um auszurasten. Für andere die ich kenne bedeuten ein paar Pappen, ein paar Gramm daß es Zeit ist eine Kneipe aufzusuchen oder eine Kiste Bier zu trinken (Ja, ein Kasten, aber du spürst es gar nicht, deine Leber wohl schon). Vielleicht ist dies das extremere Ende der Partydrogen-Mentalität. [top]5f Andere wichtige Punkte
[top]5g Die letzten Worte der Weisheit
[top]6. Für den GuideDieser Abschnitt ist für denjenigen gedacht, der seine Freunde in die Welt der Psychedelia auf die angenehmste Art und Weise einführen will. [top]6a PräambelEin Guide zu sein ist eine Aufgabe die nicht unterschätzt werden sollte. Als Guide ist es deine Aufgabe, die anderen zu führen, sich zu versichern daß sie sich nichts tun und das alles O.K. ist. Das heißt natürlich, daß man seinen Wunsch nach Spaß und den Wunsch nach der Kontrolle über andere zurückstecken muß. Dies ist keine einfache Aufgabe. [top]6b AnforderungenDie Mindestanforderung an einen guten Guide ist die Erfahrung mit Psychedelika (nicht unbedingt eine extensive Erfahrung, aber je mehr desto besser) und die Fähigkeit alles zu meistern was aufkommen kann. Ein guter Guide kann aus einem Trip auch auf dem Höhepunkt aussteigen und mit der Realität umgehen, anstatt sich in panische Angstzustände oder in die innere Isolation zurückzuziehen. Ein wirklich erfahrener Guide kann sich auch ohne Drogen in den Zustand der anderen Personen hineindenken. Das ist natürlich leichter gesagt als getan. [top]6c Rolle des GuidesEin guter Guide wird oft mit einem gütigen Zenmeister verglichen (Zen ist die japanische Form des Buddhismus und Za Zen die angewandte Meditationstechnik). Mit anderen Worten, es ist nicht die Aufgabe des Guides endlos zu labern um alles was die Reisenden machen zu kontrollieren. Der Guide soll nur führen, dem Reisenden über die rauhen Stellen helfen, Aktivitäten vorschlagen, aber vor allem soll er/sie wissen wann sie ihren Mund zu halten hat und den Reisenden selber forschen zu lassen. Der Guide sollte den Reisenden beobachten, aber unauffällig. Frag nicht alle 5 Minuten, ob alles in Ordnung ist (das macht die anderen nur nervös). Wenn sie es nicht sind und du aufpaßt, dann wirst du es schon merken. Eine kleine Skizze der Aufgaben des Guides:
[top]6d Schwere Hürden meisternMenschen reagieren auf ein Gefühl des Unwohlseins sehr unterschiedlich, aber die meist beobachtete Reaktion ist daß die Person sich in einem Ball zusammenknäult und schmerzerfüllt aussieht (Achtung, denn viele Personen wählen diese fötale Position wenn sie sich sehr wohl fühlen... also beobachte den Gesichtsausdruck bevor du eingreiftst). Wenn der Reisende keine gute Zeit hat, ändere die Musik zu etwas fröhlichem und bekannten, mach einen Ortswechsel oder geh spazieren (mit dem Reisenden natürlich). Wenn sie beängstigt sind, dann versuch ihre Hände zu halten und ihnen immer und immer wieder zu versichern, daß alles in Ordnung ist. Wenn sie Angst ausdrücken ("Wird das jemals aufhören? Werde ich verrückt? Gehe ich jetzt drauf?"), geh speziell auf diese Angst ein, erinnere sie daran daß der Trip irgendwann aufhören wird und das du dich darum kümmern wirst, daß alles ohne negative Nebenwirkungen passieren wird. Wenn sie traurig sind ist eine Umarmung sehr hilfreich. Das meiste ist Sache des Gemeinschaftsgefühls, erinnere dich nur daran daß wenn ein klarer Punkt zum handeln gekommen ist, du auch keine Angst vor dem Eingreifen haben solltest. Oft lähmen negative Gefühle den Reisenden und er ist nicht mehr in der Lage irgend etwas zu tun- eingeschlossen mitzuteilen daß der Trip nicht gut abläuft - also liegt die Initiative beim Guide. Bei jeder Art eines schlechten Trips ist es wichtig, dem Reisenden zu versichern, daß die Angst durch den Versuch des Egos sich selbst zusammenzuhalten ausgelöst wird und daß das einzige Gegenmittel darin besteht, sich einfach treiben zu lassen. Gegenwehr ist nicht nur absolut nutzlos, sondern sogar kontraproduktiv. Auch wenn ich mir sicher bin, daß Winston Churchill es nicht so meinte, alles was ein Guide zu fürchten hat ist die Furcht selbst. Wenn das nicht funktioniert - und das kann durchaus passieren - ist das zweite Werkzeug des Guides die Veränderung des Settings. Ich wiederhole mich selbst, aber es ist wichtig. Der Tripper wird sich oft der Idee verweigern, einen anderen Ort aufzusuchen. Aber wenn du sie "nett" zwingst, dann kann der Wechsel zum Guten drastisch sein. Kontraste sind am besten, zum Beispiel wenn du im Haus bist geh nach draußen oder umgekehrt. Denn dann werden die alten negativen Empfindungen durch die neuen frischen gelöscht. [top]6e Zusammenfassung eines anonymen LesersIch mag den Begriff "Guide" nicht. Ich würde nicht behaupten, jemanden zu führen. Es ist vielmehr eine Gefahr, jemanden in eine bestimmte Richtung zu drücken. Der Guide verliert die Möglichkeit von der Erfahrung des Subjektes zu lernen. Laßt uns den Guide Helfer nennen. Das sind die Vorteile eines Helfers: 1) Die Anwesenheit des Helfers macht es dem Subjekt möglich negatives Material tapferer zu bewältigen. Die beruhigende Anwesenheit des Helfers ermöglicht es dem Subjekt in tiefe Erfahrungen einzutauchen und auf die andere Seite überzutreten. Anstatt zurückzuschrecken kann man wirklich die Dunkelheit erforschen und ein kleines Licht auf sie und auf einen selbst scheinen lassen. 2) Der Helfer kann bei der Angst wahnsinnig zu werden helfen. Diese Ängste sind normal wegen des veränderten Zeitgefüges ("Hilfe, es hört nicht auf!"). Der Helfer sollte dich wissen lassen in was für einem Stadium du dich befindest, wie lange es schon her ist, wie lange es noch dauert etc. Er kann sich ein paar Notizen machen um dein Gedächtnis zu unterstützen und damit du dich besser erinnern kannst. Das macht das Lernen aus einer Sitzung viel einfacher. 3)Wenn die Dinge sich wirklich schlecht entwickeln kann der Helfer das Setting ändern. Er kann die Musik ändern, die Aufmerksamkeit auf andere Dinge lenken, dich in einen anderen Raum bringen etc. Nachher, wenn die emotionale Anteilnahme sich etwas gelegt hat, dann kann man in die Problemzone zurück. Was meist nie betont wurde ist die phantastische Möglichkeit des Helfers. Wenn jemand sieht, wie die Sitzung von anderen sich entwickelt, lernt er eine unglaubliche Menge über die eigene Erfahrung. Außerdem gibt es nichts ähnliches wie jemandem zuzusehen, dessen Sinne geöffnet sind und der die Schönheit von simplen Objekten wie zum Beispiel die eines Blattes förmlich aufsaugt. Der Helfer hat die wunderbare Möglichkeit etwas über das menschliche Bewußtsein zu lernen. Denk an all die Psychologen, Psychiater und Psychotherapeuten, denen man dieses Werkzeug in den 60er Jahren weggerissen hat. Ich wette viele von denen würden alles geben um ihre Forschungen fortzusetzen. [top]6f FußnoteThe Psychedelic Experience von Doktor Timothy Leary geht nicht grade wenig auf dieses Thema ein. Anstatt alles zu zitieren (was in großem, aber nicht gesamtem oben zusammengefaßt wurde) solltest du dir eine Ausgabe des Buches bestellen, um eine alternative Sicht der Dinge zu bekommen. Beachte aber, daß Leary das ganze für Gruppen von über zehn Personen erdacht hat, während wir uns mehr auf die 2-4 Personen starken Gruppen konzentriert haben. Außerdem mögen einige TPE nicht, da sie glauben, daß die Rolle des Guides zu aktiv ist und daß es einen relativ negativen Ton hat, ähnlich wie "solange du X,Y, oder Z nicht machst, wirst du in der psychedelischen Hölle verrotten". Persönlich finde ich daß trotzdem viele der Ratschläge gültig bleiben, aber das ist Geschmackssache. [top]7. FolgerungBitte schnallen Sie sich an, löschen Sie _jegliches_ Rauchmaterial und genießen Sie Ihren Flug! [top]8. The End -Kein Textabschnitt konnte nur einer Person zugeordnet werden. Deshalb das leichte Chaos. Im übrigen ist dieser Text keine Werbung für Drogen. Drogen haben schon viele, besonders junge Menschen getötet (keine Psychede-lika!). Dieser Text soll das Risiko einer schlechten psychedelischen Erfahrung minimieren und den (illegalen) Genuß durch die Weitergabe von Informationen sicherer machen. Die Weitergabe dieser Informationen verstößt gegen kein geltendes Recht innerhalb der Europäischen Union. Die Tippfehler sind zu entschuldigen, da bei über 20 Stunden Arbeit (nur die Übersetzung!) mir für so einen Kram keine Zeit mehr blieb. Frank Kröner Wir sind keine Kinder mehr und können als erwachsene Menschen selbst entscheiden! STAY HIGH ! STAY FREE! (K) Original Version Kopyleft brahman industries 1995-1996, all rites reversed. Der deutsche Text ist schlechter geschützt als die Bezeichnung Feta für Schafskäse in der Europäischen Union. VERSION 1.0 Last English update: 20 Jan 1996, German Version 1.0 30 May 96, HTML Version 1.0 17. Feb 03 By gnosis@brahman.nullnet.fi (author, layout) & nipo@brahman.nullnet.fi (author) Translated into German by Frank Kröner ( finishing time 03:39, 5/30/96) Thanks to Timothy Leary, Ph.D. & Ralph Metzner, Ph.D. (for writing "The Psychedelic Experience")
Gewidmet dem unvergesslichen Timothy Leary, der am 31.5.96 auf seinen letzten Trip ging. Genau waehrend ich die letzten Zeilen tippte.... Rest in peace, Tim! Von "http://www.drogen-forum.com/wiki/index.php/Die_psychedelische_Erfahrung" |
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