Strukturformel

Chemische Daten Name LSD Andere Namen Lysergsäurediethylamid Summenformel C20H25N3O Molekulare Masse 323,42 g/mol Schmelzpunkt 80 - 85 °C
CAS 50-37-3
SMILES O=[C@@](N(CC)CC)[C@H]1CN(C)[C@](C2=C1)([H])CC3=CNC4=C3C2=CC=C4 rechtlicher Status illegal
LSD ist eine Substanz mit einer vorher nie für möglich gehaltenen psychoaktiven Wirkung. Als "Strassendroge" sehr beliebt, ist die Gefahr durch einen Missbrauch gross. Da von staatlicher Seite her keine Aufklärung über die besondere Eigenschaft von LSD gemacht wird, ist die Informationslücke unter Erstkonsumenten oft gross - was direkte negative Konsequenzen mit sich bringen kann. Nahezu alle Informationen, die ich in dieser kurzen Übersicht gebe, sind aus dem Buch "LSD - mein Sorgenkind" des LSD Entdeckers Albert Hofmann entnommen. Die Entstehung von LSD
LSD, oder genauer gesagt LSD 25, steht für d-lysergsaeure-diaethylamid-tartrat und wurde erstmals 1938 von dem in der Schweiz bei Sandoz arbeitenden Chemiker Albert Hofmann hergestellt. Hofmann arbeitete an der Isolierung von einzelnen Substanzen des Mutterkorns, welches von einem niederen Pilz erzeugt wird und vor allem auf Roggen wuchert. Bei dieser Forschung erhoffte man sich für die Medizin wertvolle Verbindungen zu entdecken. Als 1938 LSD 25 nun zum ersten mal isoliert wurde, ergaben Standardtests keine besonderen Eigenschaften, woraufhin keine weiteren Untersuchungen durchgeführt wurden. Erst fünf Jahre später, im Frühjahr 1943 entschloss sich Albert Hofmann, weiter Versuche mit LSD 25 durchzuführen. Er hatte eine merkwürdige Ahnung, dieser Stoff könnte noch andere als nur die bei der ersten Untersuchung festgestellten Wirkungsqualitaeten besitzen. Alles weitere klingt fast wie aus einem Roman. In der Schlussphase der Synthese wurde Albert Hofmann von einer ungewöhnlichen Empfindung bei seiner Arbeit gestört. Für die Schilderung erlaube ich mir, aus seinem o.g. Buch zu zitieren:
"Vergangenen Freitag, 16 April 1943, musste ich mitten am Nachmittag meine Arbeit im Laboratorium unterbrechen und mich nach Hause begeben, da ich von einer merkwürdigen Unruhe, verbunden mit einem leichten Schwindelgefühl, befallen wurde. Zu Hause legte ich mich nieder und versank in einen nicht unangenehmen rauschartigen Zustand, der sich durch eine äusserst angeregte Phantasie kennzeichnete. Im Dämmerzustand bei geschlossenen Augen - das Tageslicht empfand ich als unangenehm grell - drangen ununterbrochen phantastische Bilder von ausserordentlicher Plastizität und mit intensivem, kaleidoskopartigem Farbspiel auf mich ein. Nach etwa zwei Stunden verflüchtigte sich dieser Zustand."
Die merkwürdigen Symptome erwecken bei Albert Hofmann natürlich den Verdacht, dass sie in direktem Zusammenhang mit seiner gerade bearbeiteten Substanz LSD 25 stehe. Er entschloss sich daher zu einem Selbstversuch, den er 3 Tage später durchführte. Als Dosis wählte er vorsichtig nur 0,25 mg, was aber aus heutiger Sicht das etwa drei- bis zehnfache einer durchschnittlichen Dosis war. Entsprechend heftig war sein Erlebnis. Er fühlte sich von einem Dämon besessen und dachte, er müsste sterben oder für immer wahnsinnig bleiben. Erst in der Abklingphase kam es auch zu positiven Eindrücken. Damit war LSD geboren. Am Anfang hätte sich keiner ahnen lassen, dass LSD mal als Rauschdroge populär werden würde. Das Einsatzgebiet sah man klar in der Psychiatrie und Psychologie. Es folgten viele Versuchsreihen auf der ganzen Welt. Ins Interesse der Öffentlichkeit gelang es dagegen erst Anfang der Sechziger Jahre. Als stärkster Einfluss auf die Verbreitung von LSD als Rauschmittel gilt die Person Dr. Timothy Leary, damals Psychologieassistent an der berühmten Harvard-Universität der U.S.A. Dieser war von der Wirkung so angetan, dass seine anfänglichen wissenschaftlichen Versuche zu LSD Parties ausuferten. Er propagierte LSD unter den Studenten als Mittel, um das göttliche zu finden und sich selbst zu entdecken. Schnell griff die Begeisterung auch auf andere Universitäten über und LSD kam in das Interesse der Öffentlichkeit.
[top] Wie wirkt LSD
Die Wirkung von LSD kann nicht einheitlich beschrieben werden. Anders, als wie bei Rauschdrogen wie Alkohol empfindet jeder den Rausch unterschiedlich. Man spricht von dem „Set", dem inneren Zustand und von dem „Setting", dem Umfeld, welches den Ablauf bestimmt. Das ist zum Beispiel die persönliche Einstellung zu der Droge, die Erwartung und auch der Gemütszustand zum Zeitpunkt der Einnahme. So kann eine euphorische Grundstimmung den ganzen Rausch lang andauern, oder vorherige Ängste, Depressionen einen "Horrortrip" hervorrufen. Aber auch latent vorhandene Ängste, die einem nicht bewusst sind, können hervorgehoben werden. Genauso kann ein als unangenehm empfundenes Umfeld, zum Beispiel Stadt, Schmutz und Autolärm, sich negativ auswirken. Umgekehrt hat eine schöne, natürliche Landschaft mit angenehmer Musik einen positiven Einfluss. Die Wirkung von LSD dauert ungefähr 8 bis 12 Stunden an. Einer Vielzahl von Erfahrungsberichten gemein ist, dass man sich fühlt, wie als wenn ein Dämon Besitz von einem ergriffen hat. man steht neben sich, sieht was man tut, kann aber nicht wirklich eingreifen. Man fühlt sich nicht mehr wie von dieser Welt, sondern irgendwie abwesend. Das Zeitempfinden ist extrem verändert, alles ist viel langsamer. Dazu kommen optische und akustische Halluzinationen. Reale Gegenstände wirken sehr plastisch und scheinen sich zu bewegen, man meint Töne schmecken zu können und Farben zu hören. Die Einklang- und Abklingphase ist meist von einer unangenehm empfundenen inneren Unruhe begleitet. Bemerkenswert ist noch, dass alles bewusst erlebt wird und man sich später an jede Einzelheit erinnert. Auch gibt es keinen "Kater" am Tag danach, sondern man fühlt sich meist frisch und belebt, wenn auch etwas abgeschlafft.
[top] Gefahren bei Selbstversuchen
Die beschriebene Wirkung, mag auf die meisten wahrscheinlich eine grosse Faszination ausüben, jedoch sind die Gefahren nicht zu unterschätzen - schliesslich spielt man mit seinem Leben. Nein, LSD verursacht keine körperlichen Vergiftungen, noch macht es körperlich abhängig, die Gefahren liegen ausschliesslich in der psychischen Wirkung. Unter ärztlicher Aufsicht lässt sich eine Gefährdung nahezu ausschliessen. Der Arzt weiss, ob er einem die Erfahrung zumuten kann, oder ob irgendwo latente Ängste lauern. Man selbst weiss das aber nicht! Niemand kann für sich selbst mit Sicherheit ausschliessen, dass durch LSD ein Psychose freigesetzt wird, oder das man während des "Trips" ausser Kontrolle gerät. Zwar sind so durch die Presse gepfutschte Fälle wie "aus dem Fenster springen" eher die Ausnahme, jedoch ist die Gefahr, einen "Unfall" zu erleiden oder sich selbst umbringen zu wollen vorhanden. Psychisch labile Personen, sollten auf keinen Fall LSD einnehmen. Ebenfalls sollte man auf keinen Fall Personen LSD ohne ihr Wissen geben. Frühere Experimente haben gezeigt, dass solche Personen besonders anfällig Für die o. g. Gefahren sind. Das ist also kein Spass, sondern eher ein Mordversuch. Jeder sollte sich mal selbst überlegen, was er machen würde, wenn sich alles um einen herum verändern würde und man gar nicht weiss, wie einem geschieht - kein sehr guter Gedanke. Eine nicht minder grosse Gefahr ist, dass LSD nur auf dem Schwarzmarkt erworben werden kann. Das allgemeine Gerücht, LSD sei sehr einfach herzustellen, und für einen durchschnittlichen Chemiestudenten in einem kleinen Labor leicht herzustellen, ist nicht wahr. Ausserdem ist LSD in sehr geringen Mengen wirksam, die richtige Dosierung deswegen schwer. Untersuchungen haben gezeigt, dass auf dem Schwarzmarkt gekaufte Mittel oft nur wenig oder auch zuviel LSD enthielten und leider auch nicht selten andere giftige, wenn nicht sogar tödliche Substanzen als LSD angeboten wurden. Das oft zu wenig LSD enthalten war, liegt an der Eigenschaft von LSD sehr flüchtig zu sein, d. h., dass wenn es Licht oder Luft ausgesetzt ist, sich innerhalb weniger Wochen in einen unwirksamen Stoff verwandelt.
[top] LSD in der Psychiatrie
Wegen der starken psychischen Wirkung sah man in LSD Möglichkeiten im Einsatz in der Psychologie und Psychiatrie. Zum einen, um die Wahrnehmungsveränderungen zu erforschen und zum anderen, um Patienten zu behandeln. Bis zum weltweiten Verbot wurde LSD daher von Sandoz an Wissenschaftler und Ärzte in der ganzen Welt verkauft und eingesetzt. Man war sich sicher, dass man mit Hilfe von LSD viele neue interessante Entdeckungen machen könne. Leider ist bis heute überall, selbst der sichere, kontrollierte Einsatz von LSD in der Forschung und Psychiatrie verboten, obwohl Forscher und Ärzte ihm ein grosse Kapazität an neuen Erkenntnissen prophezeien.
[top] Mexikanische Zauberpilze als Artverwandte
Im Rahmen seiner Forschung entdeckte Albert Hofmann, dass die psychoaktiven Pilze, welche von den Medizinmännern in Mexiko benutzt werden, nicht nur in der Wirkung sehr ähnlich sind. Als er den heute als Psilocybin bekannten Wirkstoff isolierte, stellte er fest, dass es in der chemischen Struktur dem LSD sehr ähnlich ist. Was in der westliche Welt damals als eine völlig neue Substanz für aufsehen sorgte, war ein Artverwandter, des von mexikanischen Medizinmännern schon über Jahrhunderte gebräuchlichen Heilmittels.
[top] Warum LSD verboten wurde
Der Massenkonsum in den späten Sechzigern und den damit verbundenen Horrormeldungen der Medien setzten die Behörden unter Zugzwang. Der aber wohl wichtigste Grund für das Verbot war die Bedrohung der alten konservativen Gesellschaft, durch die Hippie- Generation. Deren neue Wertvorstellungen passten überhaupt nicht in die der regierenden Masse und lösten einen regelrechten Wahn aus. Diese Entwicklung musste zerschlagen, ihre Grundlage geraubt werden. Aus der Traum vom freien Amerika - und das selbe natürlich auch in Europa. Auf LSD wurden drakonische Strafen verhängt - zum Schutze der Gesellschaft natürlich! Und wie in der Politik so üblich, wurde natürlich nicht nur der private Konsum untersagt, sondern später auch jeglicher Einsatz in Therapie oder Forschung.
[top] Die Zukunft von LSD
LSD war später aus dem grossen Interesse der Öffentlichkeit geraten. Die neuen Gefahren sind nun eher die körperlich süchtig machenden und schädlichen Drogen wie Heroin oder Kokain. Erst seit der Technowelle ist LSD neben Ecstasy unter jungen Leuten wieder häufiger anzutreffen. An der politischen Situation hat sich aber nichts geändert. Zu tief sitzt noch die Angst.
Weblinks
Von "
http://www.drogen-forum.com/wiki/index.php/LSD